Kaum ein Fisch bietet so unkomplizierte und actionreiche Fangerlebnisse wie die Makrele (Scomber scombrus). Wenn ein Schwarm gefunden ist, kann buchstäblich jeder Wurf mehrere Fische gleichzeitig bringen – ein Erlebnis, das besonders Einsteiger und Familien beim Bootsangeln begeistert. Der schnelle, silbrig glänzende Schwarmfisch ist zudem hervorragend zum Verzehr geeignet und lässt sich ohne komplizierte Technik fangen, sobald man weiß, wo die Schwärme stehen.
Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt zum ersten Makrelenfang. Du erfährst, wo und wann die Fische auftauchen, welche Montage sich bewährt hat und wie du typische Einsteigerfehler vermeidest.
Steckbrief Makrele
Makrelen sind schnelle, im Freiwasser jagende Schwarmfische mit einer auffälligen Musterung.
- Wissenschaftlicher Name: Scomber scombrus
- Familie: Makrelen (Scombridae)
- Erkennungsmerkmale: Torpedoförmiger, silbrig glänzender Körper; charakteristische dunkle, wellenförmige Streifenzeichnung auf dem Rücken; kein sichtbares Schuppenkleid im vorderen Körperbereich.
- Lebensraum: Freiwasser des Nordatlantiks einschließlich der Nordsee, meist in großen Schwärmen nahe der Oberfläche (FishBase).
- Nahrung: Zooplankton und kleine Fische; die Makrele frisst vor allem tagsüber (FishBase).
Ein Schwarmfisch mit hoher Fangdichte
Makrelen ziehen in großen, dichten Schwärmen durchs Freiwasser und jagen oft gemeinsam Futterfischschwärme. Ist ein Schwarm einmal lokalisiert, lassen sich in kurzer Zeit oft mehrere Fische gleichzeitig fangen – ein deutlicher Unterschied zu den meisten anderen Zielfischen.
Wann und wo beißt die Makrele?
Makrelen sind stark wandernde Schwarmfische, deren Standort sich täglich ändern kann.
- Offenes Wasser vor der Küste: Meist im freien Wasser, seltener direkt am Grund.
- Bereiche mit sichtbarer Jagdaktivität: Vogelschwärme über der Wasseroberfläche verraten häufig jagende Makrelenschwärme.
- Küstennahe Riffe und Untiefen: Bieten gutes Nahrungsangebot und ziehen Schwärme regelmäßig an.
Die besten Beißzeiten
- Sommermonate: Die klassische Hauptsaison von Juni bis September, wenn Makrelenschwärme in Küstennähe ziehen.
- Ganztägig aktiv: Anders als viele andere Fische sind Makrelen oft den ganzen Tag über fangbar, sobald ein Schwarm gefunden ist.
- Ruhige Wetterbedingungen: Erleichtern sowohl die Schwarmsuche als auch das gezielte Anwerfen.
Die beste Makrelen-Montage
Makrelenpaternoster
Die klassische und effizienteste Methode: Mehrere Federhaken sind übereinander an einem Paternoster-System befestigt, ein Blei oder Pilker am unteren Ende bringt die Montage in die gewünschte Tiefe. Details zum Grundprinzip im Guide zur Paternostermontage.
- Führung: Die Montage absinken lassen, dann in Etappen anheben – oft hängen bereits beim ersten Anheben mehrere Fische gleichzeitig.
Tipp: Vogelschwärme, die über der Wasseroberfläche kreisen, verraten häufig genau die Position eines jagenden Makrelenschwarms.
Der richtige Köder
Für Makrelen ist in der Regel kein Naturköder nötig – die Federhaken des Paternosters mit ihrer glitzernden Optik reichen völlig aus, um die aggressiven Schwarmjäger zum Anbiss zu bewegen. Mehr zu Ködern für das Meeresangeln findest du im Meeresköder-Guide.
Bisserkennung und Drill
Bisserkennung
Der Biss ist meist sofort spürbar – ein deutlicher, oft mehrfacher Ruck zeigt an, dass gleich mehrere Fische gleichzeitig gehakt sind.
Der Drill
Makrelen kämpfen spritzig, aber unkompliziert – bei mehreren gleichzeitig gehakten Fischen ist gleichmäßiges, ruhiges Einkurbeln wichtiger als kraftvolles Drillen.
Die Landung
Meist reicht das direkte Einholen an Bord, ein kleiner Kescher erleichtert die letzte Phase bei größeren Fischen zusätzlich. Details zur passenden Ausrüstung in der Kescher-Kaufberatung und der Meeresangel-Ausrüstung.
Schonzeit und Mindestmaß
An der Küste regeln die Küstenfischereiverordnungen der Länder die Makrele:
- Schleswig-Holstein: Mindestmaß 30 cm in der Nordsee, keine Schonzeit (Anlage 1 zu § 2 Abs. 1 KüFVO).
- Mecklenburg-Vorpommern: Die Küstenfischereiverordnung führt die Makrele weder bei den Mindestmaßen (§ 4) noch bei den Schonzeiten (§ 5) auf.
Die Fundstellen stehen in den Quellen am Ende dieses Artikels.
Wichtig: Auch wo kein Mindestmaß gilt: Entnimm nur so viele Fische, wie du tatsächlich verwertest. Regeln für Küstengewässer können sich ändern – prüfe vor dem Angeln die aktuelle Rechtslage.
Anfängerfehler beim Makrelenangeln
- Zu passives Suchverhalten: Wer nicht aktiv nach Vogelschwärmen und sichtbarer Jagdaktivität Ausschau hält, verpasst oft die besten Chancen.
- Zu hektisches Einkurbeln bei Mehrfachbissen: Ruhiges, gleichmäßiges Einholen verhindert das Abreißen einzelner Fische von der Montage.
- Übertriebene Entnahme: Auch wo keine Fangmengenbegrenzung gilt, sollte nur so viel entnommen werden, wie sinnvoll verwertet werden kann.
- Falsche Jahreszeit gewählt: Außerhalb der Sommermonate sind Makrelenschwärme in deutschen Küstengewässern deutlich seltener anzutreffen.
FAQ
Wann ist die beste Zeit zum Makrelenangeln? Die Sommermonate von Juni bis September sind die klassische Hauptsaison für Makrelen in deutschen Küstengewässern.
Brauche ich einen Naturköder für Makrele? Nein, die glitzernden Federhaken des Makrelenpaternosters reichen meist völlig aus, um die aggressiven Schwarmfische zu fangen.
Wie finde ich einen Makrelenschwarm? Vogelschwärme, die über der Wasseroberfläche kreisen und tauchen, verraten häufig genau die Position eines jagenden Makrelenschwarms.
Kann ich mit einem Wurf mehrere Makrelen gleichzeitig fangen? Ja, das ist bei aktiven Schwärmen keine Seltenheit – der Makrelenpaternoster mit mehreren Federhaken ist genau dafür konzipiert.
Mehr zur Grundtechnik findest du im Guide Meeresangeln, die passende Montage in der Paternostermontage.
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