Bevor ein Fisch in der Pfanne landet, steht meist eine Aufgabe, die viele Einsteiger unterschätzen: das saubere Filetieren. Mit der richtigen Technik und einem scharfen Messer ist es weniger schwierig, als es aussieht – und entscheidet darüber, wie viel vom Fang am Ende tatsächlich auf dem Teller landet.

Das richtige Werkzeug

  • Filetiermesser: dünn, flexibel und sehr scharf – die Klinge soll sich der Wirbelsäule anschmiegen können.
  • Schneidebrett mit rutschfester Unterlage: Fisch ist glitschig, ein wackelndes Brett wird schnell gefährlich.
  • Fischpinzette oder Grätenzange: zum Ziehen der Y-Gräten nach dem Filetieren.

Schritt für Schritt zum Filet

  1. Fisch schuppen und ausnehmen (falls noch nicht am Wasser geschehen): Schuppen mit einem Schuppeneisen oder Löffel gegen den Strich abziehen, Bauch vom After bis zum Kopf öffnen und Eingeweide entfernen.
  2. Ersten Schnitt hinter dem Kiemendeckel ansetzen, senkrecht bis zur Wirbelsäule einschneiden, aber noch nicht durchtrennen.
  3. Entlang der Wirbelsäule zum Schwanz schneiden, das Messer flach führen und dabei möglichst wenig Fleisch an der Gräte lassen.
  4. Filet von der Bauchgräte lösen und komplett abnehmen.
  5. Haut abziehen (optional): Filet mit der Hautseite nach unten auf das Brett legen, am Schwanzende ansetzen und das Messer flach zwischen Haut und Fleisch nach vorne ziehen.
  6. Grätenkontrolle: mit den Fingern über das Filet fahren, verbliebene Gräten mit der Pinzette in Wuchsrichtung herausziehen.
  7. Zweite Seite wiederholen.

Grätenarme und grätenreiche Fische

Manche Arten wie Zander oder Dorsch lassen sich fast grätenfrei filetieren, andere wie Hecht oder Brasse haben zusätzliche Y-Gräten im Fleisch, die sich nicht einfach herausschneiden lassen. Bei stark grätigen Fischen hilft entweder besonders sorgfältiges Auszupfen oder ein Rezept, das die Gräten mit verarbeitet, etwa als Hechtklößchen.

Frische und Hygiene

  • Fisch möglichst zügig nach dem Fang kühlen oder direkt verarbeiten.
  • Schneidebrett und Messer nach dem Kontakt mit rohem Fisch gründlich reinigen.
  • Fisch durchgaren, bis er im Kern undurchsichtig ist und sich leicht in Schichten teilen lässt – das ist bei den meisten Süßwasserfischen aus deutschen Gewässern die sichere Wahl.

Anfängerfehler

  • Zu wenig Fleisch am Filet lassen – wer zu vorsichtig direkt an der Gräte schneidet, verschenkt Ausbeute.
  • Stumpfes Messer – erschwert präzise Schnitte und erhöht das Verletzungsrisiko eher als ein scharfes.
  • Hautabziehen ohne Zug in eine Richtung – ruckartige Bewegungen reißen das Filet ein.

FAQ

Muss ich einen Fisch vor dem Filetieren schuppen? Wenn du die Haut mit isst oder nur teilweise abziehst, ja. Ziehst du die Haut komplett ab, kannst du dir das Schuppen sparen.

Wie lagere ich frisches Filet bis zur Zubereitung? Abgedeckt im Kühlschrank, möglichst zeitnah verarbeiten – frischer Fisch hält sich nur wenige Tage.


Mit sauber filetiertem Fisch geht es weiter zu den Rezepten: zum Beispiel Forelle Müllerin Art oder Zanderfilet in der Pfanne.


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