Eine Angelrute liegt auf einem Rutenständer mit zwei Bissanzeigern am Seeufer, im Gegenlicht der aufgehenden Sonne und im Morgennebel
Rute auf dem Rutenständer am Seeufer bei Sonnenaufgang: Bei der Durchlaufmontage gleitet die Schnur frei durchs Blei – das funktioniert nur mit Freilaufrolle oder offenem Bügel. Bild: KI-generiert

Wer mit totem Köderfisch gezielt auf Raubfisch ansitzt, kommt an der Durchlaufmontage kaum vorbei. Ihr Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Die Schnur läuft völlig frei durch das Blei, sodass der Fisch beim Abziehen des Köders keinerlei Widerstand spürt. Genau dieser maximale Freilauf macht sie zur bevorzugten Methode für misstrauische Raubfische wie Zander.

Dieser Artikel zeigt dir den korrekten Aufbau, die wichtigsten Varianten und worauf du beim Ansitz mit Köderfisch achten musst.

Wann die Durchlaufmontage die richtige Wahl ist

Die Durchlaufmontage spielt ihre Stärken aus, wenn du mit totem Köderfisch am Grund auf Raubfisch ansitzt und maximalen Freilauf brauchst. Typische Einsatzgebiete:

  • Zander, der extrem empfindlich auf Widerstand reagiert und den Köder sonst sofort wieder ausspuckt
  • Hecht im Ansitzangeln mit totem Köderfisch, besonders in kalten Monaten
  • Wels beim Nachtansitz mit größerem Köderfisch am Grund
  • Aal, der beim Abziehen ebenfalls keinerlei Widerstand verzeihen darf

Willst du dagegen aktiv Raubfisch suchen und Flächen absuchen, ist Spinnfischen die bessere Methode. Unsicher, was zu deinem Zielfisch passt? Der Montagen-Konfigurator hilft dir weiter.

Die Komponenten von der Hauptschnur zum Haken

Eine klassische Durchlaufmontage besteht aus:

  1. Durchlaufblei (Bombardenblei oder Laufblei mit großer Bohrung), läuft völlig frei auf der Hauptschnur
  2. Gummiperle, schützt den Wirbelknoten vor dem Aufprall des Bleis
  3. Wirbel, verbindet Hauptschnur und Vorfach
  4. Vorfach (bei Hechtgefahr Stahlvorfach, sonst Fluorocarbon oder Geflecht)
  5. Zwei Drillinge oder ein Einzelhaken, je nach Köderfischgröße und Zielfisch

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Laufbleimontage: Das Durchlaufblei hat eine besonders große, glatte Bohrung, damit die Schnur wirklich ohne jeden spürbaren Widerstand hindurchgleitet.

Aufbau: Schritt für Schritt

So baust du die Durchlaufmontage auf:

  1. Das Durchlaufblei auf die Hauptschnur fädeln.
  2. Eine Gummiperle als Puffer dahinter positionieren.
  3. Wirbel anknoten (z. B. mit dem Clinch-Knoten).
  4. Vorfach mit Köderfischhaken (System aus zwei Drillingen für sicheren Sitz) in den Wirbel einhängen.
  5. Köderfisch am vorderen Drilling durch die Lippen, am hinteren Drilling seitlich im Rückenbereich einhängen.

Der Freilauf ist entscheidend

Der gesamte Sinn der Durchlaufmontage liegt im ungehinderten Ablaufen der Schnur:

  • Freilaufrolle nutzen oder den Schnurfangbügel bewusst offen lassen, damit der Fisch die Schnur ohne Widerstand abziehen kann.
  • Rutenspitze beobachten: Erste Zupfer zeigen, dass der Fisch den Köder untersucht – erst bei zügigem, kontinuierlichem Ablaufen der Schnur anschlagen.
  • Bissanzeiger sinnvoll: Bei Nachtansitzen erleichtert ein optischer oder akustischer Bissanzeiger die Kontrolle erheblich.

Was beim Köderfisch rechtlich gilt

  • Lebende Köderfische sind vielerorts verboten: Bayern verbietet „das Fischen mit dem lebenden Köderfisch“ (§ 15 Abs. 1 Nr. 3 AVBayFiG). In Nordrhein-Westfalen gilt: „Lebende Köderfische dürfen nicht mitgeführt und nicht zum Fang von Fischen verwendet werden.“ (§ 6 Abs. 2 LFischVO) Brandenburg verbietet lebende Fische als Köder (§ 6 Abs. 1 BbgFischO), Hessen lebende Wirbeltiere als Köder (§ 14 Abs. 5 HFischV), und Sachsen schreibt vor, Köderfische vor dem Anbringen an den Angelhaken waidgerecht zu töten (§ 6 Abs. 1 SächsFischVO).
  • Herkunft: In Nordrhein-Westfalen dürfen Köderfische nur in dem Gewässer verwendet werden, aus dem sie stammen, oder in einem damit verbundenen (§ 6 Abs. 1 LFischVO); Brandenburg regelt das ähnlich, nimmt aber tiefgefrorene oder chemisch konservierte Köderfische und tote Seefische aus (§ 6 Abs. 2 BbgFischO).
  • Hakenzahl: In Brandenburg sind bei der Raubfischangel mit Köderfisch höchstens ein Köder und drei Haken je Handangel erlaubt, keine Haken mit mehr als drei Schenkeln (§ 7 Abs. 2 BbgFischO). In Sachsen zählt ein System aus höchstens drei Haken als eine Anbissstelle (§ 1 Nr. 1 SächsFischVO) – ein Köderfischsystem mit zwei Drillingen ist dort also eine Anbissstelle.

Typische Anfängerfehler

  • Blei mit zu kleiner Bohrung: Verursacht spürbaren Widerstand beim Abziehen und lässt den Fisch den Köder vorzeitig loslassen.
  • Schnurfangbügel geschlossen: Verhindert den freien Ablauf komplett und macht die gesamte Montage wirkungslos.
  • Zu früher Anschlag: Wer beim ersten Zupfen sofort anschlägt, verpasst den Fisch meist – erst das zügige Ablaufen abwarten.
  • Falsche Köderfischgröße: Zu große Köderfische werden von kleineren Zielfischen gar nicht erst genommen, zu kleine reichen bei großen Hechten oder Wallern nicht aus.

Schonzeit und Mindestmaß beachten

Auch bei der Durchlaufmontage gelten für alle Zielfische die üblichen Schonzeiten und Mindestmaße – abhängig von Bundesland und Gewässerordnung. Ein untermaßiger oder geschonter Fisch muss vorsichtig abgehakt und zurückgesetzt werden. Die aktuellen Werte findest du in der Übersicht zu Schonzeiten & Mindestmaßen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Laufblei- und Durchlaufmontage? Beide funktionieren nach demselben Grundprinzip, das Durchlaufblei hat aber eine besonders große Bohrung für noch geringeren Widerstand – ideal für extrem vorsichtige Fische wie Zander.

Brauche ich für die Durchlaufmontage ein Stahlvorfach? Nur wenn im Gewässer Hechte vorkommen. Bei reinem Zander- oder Aalbestand reicht ein feines Fluorocarbon- oder Geflechtvorfach.

Wie erkenne ich, wann ich anschlagen soll? Erste kleine Zupfer sind meist nur ein Antesten des Köders. Erst wenn die Schnur zügig und kontinuierlich abläuft, sollte angeschlagen werden.

Funktioniert die Durchlaufmontage auch mit totem Köderfisch? Ja, sie ist sogar die Standardmontage für das Ansitzangeln mit totem Köderfisch auf Zander, Hecht und Wels.


Die passende Montage für deinen konkreten Zielfisch findest du am schnellsten mit dem Montagen-Konfigurator: Fisch und Gewässer wählen, fertige Montage bekommen.

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Quellen

  1. Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG) – Bayerische Staatskanzlei, BAYERN.RECHT, § 15 Abs. 1 Nr. 3 AVBayFiG, abgerufen am 17. September 2026
  2. Landesfischereiverordnung (LFischVO) Nordrhein-Westfalen – Land Nordrhein-Westfalen, RECHT.NRW.DE, § 6 LFischVO, Fassung vom 3. Juli 2026, GV. NRW. 2026 S. 414, abgerufen am 17. September 2026
  3. Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO) – Land Brandenburg, BRAVORS, § 6 Abs. 1 und 2, § 7 Abs. 2 BbgFischO, Fassung vom 14. November 1997, zuletzt geändert am 24. August 2026, abgerufen am 17. September 2026
  4. Hessische Fischereiverordnung (HFischV) – Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen Nr. 15/2023 (PDF beim RP Kassel), § 14 Abs. 5 HFischV, Fassung vom 14. April 2023, GVBl. 2023 S. 318, abgerufen am 15. September 2026
  5. Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) – Freistaat Sachsen, REVOSax, § 1 Nr. 1, § 6 Abs. 1 SächsFischVO, Fassung vom 22. April 2022, gültig ab 1. Juni 2022, abgerufen am 17. September 2026

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