Trotz des Namens ist das IJsselmeer kein Meer, sondern ein durch Deiche vom offenen Meer abgetrenntes, riesiges Süßwasserbecken – zusammen mit dem angrenzenden Markermeer eines der größten Binnengewässer der Niederlande. Für deutsche Angler ist es meist in ein bis zwei Autostunden erreichbar, bietet Zander, Hecht, Barsch und Brasse und wird mit der VISpas befischt.
Die wichtigsten Zielfische
- Brasse: ein verbreiteter Friedfisch im IJsselmeer und guter Zielfisch vom Ufer.
- Zander: neben Brasse der Hauptgrund, warum viele Raubfischangler gezielt ans IJsselmeer reisen – siehe Auf Zander angeln.
- Hecht: vor allem in den flacheren, krautreicheren Randbereichen und im Markermeer – siehe Auf Hecht angeln.
- Barsch: in großer Zahl und guter Durchschnittsgröße, ideal für Einsteiger und als Beifang beim Zanderangeln.
- Karpfen: in geschützteren Buchten und Häfen ebenfalls vertreten.
Typische Angelmethoden
Zander und Hecht werden am IJsselmeer überwiegend vom Boot aus im Vertikalangeln oder beim Schleppen über die weiten, oft gleichmäßig tiefen Flächen gefischt – klassisches Uferangeln ist wegen der langen, flachen Deichabschnitte deutlich eingeschränkter als an Fluss oder Baggersee. Brasse und andere Friedfische lassen sich dagegen gut von befestigten Ufern, Hafenmolen und Stegen aus mit Grund- oder Feedermontage fangen.
Beste Reisezeit
Für Hecht und Zander ist der Herbst die bessere Reisezeit: Im Frühjahr sind beide Arten geschont, und von April bis Ende Mai ist das Angeln mit Kunstködern und totem Köderfisch ohnehin verboten (siehe unten). Im Hochsommer verteilen sich die Fische stärker über die riesige Wasserfläche, was ohne Ortskenntnis oder Guide die Suche erschwert – hier zahlt sich eine geführte Bootstour besonders aus.
Praktisches vor der Reise
- VISpas: Die niederländische Angelerlaubnis, mit der auch IJsselmeer und Markermeer befischt werden. Ausgegeben wird sie von Sportvisserij Nederland über die angeschlossenen Vereine, kaufen lässt sie sich online über vispas.nl. Preis und Bedingungen ändern sich jährlich – vor der Reise prüfen.
- Nachtangeln: Ist nicht automatisch mit der VISpas erlaubt – welche Bedingungen gelten, vorab klären.
- Schonzeiten und Mindestmaße: Hecht 45 cm, Schonzeit 1. März bis 31. Mai; Zander 42 cm und Barsch 22 cm, Schonzeit jeweils 1. April bis 31. Mai (Artikel 5b und 5c Uitvoeringsregeling visserij).
- Kunstköderverbot im Frühjahr: Vom 1. April bis 31. Mai ist das Angeln mit Schlachtprodukten, totem Köderfisch, Fischstücken und Kunstködern verboten; erlaubt bleiben nur Kunstfliegen bis 2,5 cm (Artikel 6 Reglement voor de binnenvisserij 1985). Für Barsch, Hecht und Zander gilt ab dem letzten Samstag im Mai eine Ausnahme – ausdrücklich aber nicht am IJsselmeer (Artikel 61 Uitvoeringsregeling visserij).
- Private Gewässer: Manche Häfen, Kanäle und Nebengewässer sind zusätzlich privat verpachtet und benötigen eine lokale Erlaubnis (Vergunning) – bei Zweifeln vor Ort erfragen.
- Bootsverleih: In Orten wie Enkhuizen, Lemmer, Heeg oder Workum gibt es Angelläden mit Bootsverleih sowie Guides, die die für Erstbesucher unübersichtliche Wasserfläche kennen.
Anfängerfehler
- Ohne Ortskenntnis aufs offene Wasser: Das IJsselmeer ist riesig und strukturarm – ohne Guide oder Echolot verbringt man viel Zeit an fischleeren Stellen.
- VISpas erst vor Ort besorgen wollen: Der Kauf funktioniert zwar online in wenigen Minuten, sollte aber vor der Abreise erledigt sein, um am Wasser keine Zeit zu verlieren.
- Wetter unterschätzt: Als große, offene Wasserfläche kann das IJsselmeer bei Wind schnell unangenehme Welle aufbauen – besonders mit kleineren Booten relevant.
FAQ
Ist das IJsselmeer Süß- oder Salzwasser? Süßwasser. Trotz des Namens ist es seit dem Bau des Abschlussdeichs 1932 vom offenen Meer getrennt und mittlerweile vollständig ausgesüßt.
Reicht die VISpas für das ganze IJsselmeer? Welche Bereiche sie abdeckt, steht in den Gewässerlisten zur VISpas; einzelne private Abschnitte und Nebengewässer können eine zusätzliche lokale Erlaubnis erfordern.
Brauche ich zwingend ein Boot? Für Zander und Hecht auf offener Fläche ist ein Boot deutlich im Vorteil, Brasse und andere Friedfische lassen sich auch gut vom Ufer aus fangen.
Ein weiteres beliebtes Hechtrevier in Reichweite: Angeln in Dänemark.
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